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von Fragesteller am 06.09.2019, 19.05 Uhr

Beziehungsaus, was meint ihr dazu?

Hallo Zusammen,

habe mich hier angemeldet, um diesem Forum eine Chance zu geben. Mit Plattformen wie dieser habe ich nicht sonderlich viel Erfahrung. Von daher lasse ich mich einfach mal überraschen …

Ich habe bereits im Freundeskreis über das Thema gesprochen, was sehr hilfreich war.
Trotzdem würde ich gerne Meinungen neutraler Personen zu der Thematik hören.

Zu meiner Person: M,36j, keine Kinder, nicht verheiratet. Die Frau, um die es geht: 36j, keine Kinder, nicht verheiratet. Wir sind beide ziemlich starke Charaktere und Sturköpfe.

Kennengelernt haben wir uns beruflich vor 2,5 Jahren. Da ich jedoch zu dieser Zeit noch in einer Beziehung war, ist sie mir jedoch nicht sofort aufgefallen. Wir hatten in dieser Zeit immer mal wieder beruflich miteinander zu tun, mehr aber auch nicht.
Nach einem Jahr ging meine Beziehung aufgrund von Zeitmangel und anderen Kleinigkeiten in die Brüche. Mein Job forderte mir in dieser Zeit ziemlich viel ab. Ich habe mir nach der Trennung einfach mal wieder etwas Zeit für mich und die schönen Dinge im Leben genommen. Das war eine gute Zeit!

Drei Monate nach meiner Trennung hatte ich dann wieder beruflichen Kontakt mit der besagten Frau. Das Gespräch lief eigentlich wie immer. Sie erzählte mir jedoch nebenbei am Telefon, dass demnächst ein Arbeitsplatzwechsel bei ihr anstehen würde und sie die jetzige Firma verlässt.
In diesem Moment passierte etwas in mir. Ich hatte ein komisches Gefühl im Bauch was ich nicht sofort deuten konnte. Ich wusste jedoch das es sehr schade wäre nicht mehr mit ihr zusammenarbeiten zu können.

Ich habe nach diesem Telefonat zwei drei Tage gebraucht, um zu verstehen was mit mir los war. Lange Rede kurzer Sinn: Ich fand diese Frau plötzlich super interessant und habe ihr eine E-Mail an ihre Firmenadresse geschickt. Schnell sind wir ins Gespräch gekommen, haben uns das DU angeboten und waren 4 Wochen später ein Paar.
Für uns beide war es die schönste Zeit unseres Lebens. Wir haben viel gelacht und dieselben Interessen geteilt. Es war einfach wunderbar.

Zu Beginn einer Beziehung ist natürlich immer alles wunderbar und beide haben die rosa Brille auf. Ich bin manchmal ein richtiger Sturkopf und im Streit wohl manchmal auch etwas oberlehrerhaft… Diese Erfahrung musste sie dann halt auch mal machen.

Bei ihr sieht es ganz anderes aus. Sie hat Panikattacken (Menschenansammlungen machen ihr Angst), Verlustängste und außerdem stehen wohl sehr unschöne Dinge aus ihrer Kindheit im Raum. Unter anderem wurde sie von ihrem Vater regelmäßig im Beisein der Mutter verhauen. Ihr wurde immer nur suggeriert, Du kannst nichts und Du bist nichts.
Ein Kind hat sie im dritten Monat verloren und ein glückliches Händchen was Männer angeht, hatte sie wohl auch nicht immer.

Es war für mich ziemlich schwierig damit umzugehen. Für ihre Panikattacken und die Verlustängste fehlte mir einfach der Background. Ich habe mir Youtubevideos und Artikel durchgelesen, um die Erkrankung besser verstehen zu können.
Trotz allem Verständnis für diese Krankheit ist es für eine Beziehung eine absolute Belastungsprobe und ziemlich kraftraubend. Wahrscheinlich war es aber auch für sie genauso schwierig wie für mich.
Die Angstzustände hat sie seit Jahren und täglich sind diese auch präsent. Da sich jedoch zwischen uns beiden starke Gefühle entwickelt haben, wollte ich Ihr natürlich eine Unterstützung sein. Niemand kann etwas dafür krank zu sein.

Irgendwann haben wir uns mal gestritten. Eigentlich wie es so oft ist wegen Kleinigkeiten.
Ich hatte jedoch eine ziemlich harte Arbeitswoche und war auch nicht in bester Gesprächslaune. Ich habe aber auch gemerkt, dass ihre Erkrankung mich ziemlich dünnhäutig gemacht hat.
Auf jeden Fall ergab ein Wort das andere. Mehrmals sagte sie zu mir „wenn’s mir nicht passt sollte ich halt gehen“.
Irgendwann habe ich ins selbe Horn geblasen und gemeint „Wenn das so weitergeht, wirst Du irgendwann wirklich durch eine andere Frau ersetzt“
Bitte seht davon ab mir jetzt sagen zu wollen, dass das nicht in Ordnung war. Das weiß ich selber. Das war absolut bescheuert und unangebracht. Ich hatte einfach einen Totalausfall, der nicht zu entschuldigen ist.

Ich bin jedoch dann nach Hause gefahren. Sie und auch ich haben Dinge gesagt, die den anderen verletzt haben. Das Gespräch fortzuführen hätte wenig Sinn gemacht.
Wie es im Streit so ist, kippte die Stimmung und natürlich auch die Tonlage. Ich gestikuliere dann auch unbewusst ziemlich viel.
Ziemlich verletzend empfand ich jedoch eine Sache! Sie hat mir vorgeworfen ziemlich aggressiv gewesen zu sein. Auch wartet sie auf den Tag wo ich im Streit die Hand gegen sie erhebe.
Die Tatsache das von jemanden zu hören den man wirklich sehr mag ist ziemlich niederschmetternd. Vor allem, weil ich überhaupt kein aggressiver Typ bin. Ich suche im Streit einfach das Gespräch aber Gewalt gegen einen Menschen ist mir völlig fremd. Sie hat es jedoch so empfunden, also mache ich da erstmal Garnichts dran.

Die Beziehung war von diesem Tag an beendet.

Ich habe vier Monate immer wieder versucht einen Draht zu ihr zubekommen. Ich kann schon nicht mehr zählen wie oft ich mich entschuldigt habe. Mein Verhalten war ja auch definitiv nicht in Ordnung. Mir tut es wirklich sehr leid.

In den letzten Monaten hatten wir nur noch ziemlich losen Kontakt. Mal ein Eis essen, mal mit ihrem Hund durch den Wald spazieren oder mal Essen gehen. Dieses unverbindliche ist jedoch nichts für mich. Natürlich habe ich immer mal wieder gefragt wie es jetzt weitergeht und ob man es wieder probieren soll.

Vor vier Wochen hat sie dann endgültig den Schlussstrich gezogen. Sie könnte nicht mehr und es wäre eine Quälerei für uns beide. Ich sollte mir jemand anderes suchen.
Ich wollte wissen warum! Laut ihrer Aussage sieht sie mich immer noch täglich im Streit vor sich stehen mit dem Satz („Du wirst ersetzt…“).
Sie ärgert sich selbst sehr darüber, dass sie nicht in der Lage ist nach dem Streit wieder eine Verbindung zu mir zubekommen. Da sie aber die Gedanken nicht mehr aus dem Kopf bekommt, kann sie das mit uns einfach nicht mehr.

Seit diesem Tag sind vier Wochen vergangen. Für mich war es nur ein ganz normaler Streit unter Erwachsenen. Für sie war es jedoch deutlich mehr.
Ich habe sie jetzt seit Wochen nicht mehr angeschrieben oder angerufen. Sie fehlt mir jeden verdammten Tag.
Ich ziehe mich seitdem auch ziemlich zurück. Gehe viel arbeiten und vernachlässige meine Freunde. Ich weiß das ich mir damit keinen Gefallen tue. Wir hatten beide das Gefühl unseren Seelenverwandten gefunden zu haben und das erschwert die Sache für mich sehr.

Ich habe vier Monate wirklich alles versucht um sie zurückzugewinnen. Das war ziemlich kraftraubend und mittlerweile hat es für mich auch etwas mit Würde zu tun.

Was denkt ihr darüber? Ich würde gerne mal Eure Meinung dazu hören.

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von MsMa98 am 07.09.2019, 14.53 Uhr
Wo Liebe ist gibt es auch einen Weg! Gib nicht auf und versuche ihr Herz zurück zu erobern. Du liebst sie doch noch? Oder hadt du keine Gefühle mehr für sie?
Kommentar von Fragesteller am 08.09.2019, 10.12 Uhr
Doch natürlich .... Über mehrere Monate zu kämpfen geht aber auch ziemlich an die Substanz. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht was ich noch tun kann.


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von Ecki am 07.09.2019, 14.38 Uhr
Kurz und knapp - schließ ab mit der Frau, es hat keinen Sinn ihr weiter hinterherzulaufen. So wie ich es verstanden habe hat sie ja mit der Beziehung ebenfalls vor Wochen abgeschlossen. Vergiss sie möglichst schnell! Ich weiss dass ist bei Liebeskummer einfacher gesagt als getan, aber viel arbeiten, Ablenkung und Unternehmungen helfen. Und die nächste kommt bestimmt. War bei mir jedenfalls immer so .. Kopf hoch!
Kommentar von Fragesteller am 07.09.2019, 14.43 Uhr
Hallo Ecki, danke für deine Rückmeldung ... ja wird wohl so sein
Kommentar von Ecki am 07.09.2019, 14.51 Uhr
Klar hast du noch Hoffnung wenn du verliebt bist, aber liest sich so als ob sie halt nen Knax aus ihrer Kindheit hat und auch sehr nachtragend ist. Eine Person bzw. deren Charakter lässt sich nicht ändern. Sicher würde es immer wieder zu den selben Konflikten zwischen euch führen, daher macht das aus meiner Sicht keinen Sinn an der Beziehung krampfhaft festzuhalten.
Kommentar von Fragesteller am 08.09.2019, 10.02 Uhr
Ja so langsam glaube ich das auch... mir kommt es auch so vor als wenn sie für jede Reaktion immer ihre Erkrankung verantwortlich macht. Es ist für sie eine Art Komfortzone geworden.
Ich habe ihr professionelle Hilfe angeboten. Wurde jedoch mehrmals abgelehnt mit der Begründung -bringt nichts, man kann nichts machen- Wirklich schade um die Frau ...
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