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von elle am 01.01.2020, 20.41 Uhr

Diskussion schreiben - Ist das gut so?

Zum Beginn des satirischen Dialogs zwischen dem Schüler und den altbabylonischen Lehrmeister wird erzählt wie der Schüler unpünktlich zur Schule kommt, weil ihn Straßen und Gassen aufgehalten hatten. Als er in der Schule angekommen ist, beschuldigte man ihn, gegen die Vorschriften der Schule verstoßen zu haben. Auch seine Tontafel ist zerbrochen worden. Auf dieses Tun antworteten die Erzieher mit den Schlägen. Der Schüler wurde als Versager abgestempelt, und begann deshalb das Dasein zu verabscheuen. Auch das zerrütte Verhältnis zu seinem Lehrmeister begann er emotionslos festzustellen.
Um aus dieser Situation rauszukommen, bat er seinen Vater den Lehrmeister nach Hause einzuladen mit Geschenken und Speisen. Nachdem der Lehrmeister zum Essen bei ihm war, erhielt der Schüler von dem Lehrmeister das höchste Lob für seine schulische Leistung und sein vorbildliches Verhalten.
Dieser Dialog entwirft die Bildung als Widerspruch von Determination und Freiheit: Nach Humboldt begreift sich der Bildungsgedanke als Freisetzung des Menschen aus seiner gesellschaftlichen Determination. Und in diesem Dialog steht die Bildung im Wiederspruch zu Determination und Freiheit. Man kann auch sagen, dass der Text die Bildung als Lebenslüge entwirft, weil der Schüler als Versager abgestempelt wurde, nachdem er nicht pünktlich erschienen war. Und diese Abstemplung ist nun auch von der Gesellschaft geschehen. D.h. hiermit könnte man sagen, dass der Text die Bildung hier als Antizipation des Zukünftigen hat.
Der Text entwirft die Politik als konservative, Macht erhaltende Institution. Denn wie schon oben beschrieben, hat die Schule als Institution „Macht“ und herrscht über die SuS. Ich würde auch sagen, dass der Dialog die Politik als Heilwerdung des Menschen als Gattung entwirft: Dem Schüler hat seine Vernunft „gezeigt“, was er machen muss, um von der Lehrkraft akzeptiert zu werden. Die Lehrkraft hat danach auch seine Meinung geändert bzw. wurde als Gattung „geheilt“.
Die Bildung versteht Heydorn als Agens, sie ist Mittel zur Emanzipation, treibt die Politik vor sich her, aber der Erzieher wird über den geschichtlichen Prozess erzogen – wie wir es in dem babylonischen Beispiel sehen können, wurde der Lehrer am Ende von dem Schüler „erzogen“. Man könnte noch einfügen, dass die Bildung daher die politische Wirklichkeit als (logische) Utopie übersteigt, aber zugleich Produkt der gesellschaftlichen Verhältnisse bleibt – diesen Punkt könnte man auch mit Humboldts Theorie belegen. Er sagt nämlich, dass der Charakter der „menschlichen Gesellschaft“ durch Zufall entsteht, denn sobald sich die gesellschaftlichen Bedingungen ändern, ändert sich auch das gesellschaftlich Charakter, und dadurch wird die Vernunft eines Menschen objektiviert, die für jeden als die „richtige“ Vernunft gilt. In diesem Dialog ist es genauso. Der Schüler wurde von der Gesellschaft als Versager abgestempelt und somit auch von dem Erzieher/Lehrer. Aber sobald sie die Bedingungen (nach dem Besuch bei den Eltern) geändert haben, änderte sich auch die Haltung des Lehrers.

Antwort
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von lirina am 03.01.2020, 19.12 Uhr
Was war die Aufgabenstellung? Auf welchen Text bezieht sich deine Diskussion?
Kommentar von elle am 03.01.2020, 19.24 Uhr
Wir haben so Fragen bekommen. Mithilfe dieser Fragen müssen wir eine Diskussion schreiben:

Die Fragen haben wir von ihm bekommen. Diese hat er wohl aus dem Heydorn Text herausgearbeitet/entwickelt.

Das sind die Fragen:

A) Als was entwirft der zu untersuchende, pädagogische Text Bildung?

1. als Aufklärung i.S. von kritische Reflexion der Herrschaftsverhältnisse?

2. als Lebenslüge (da sie von gesellschaftlicher Bedingtheit abstrahiert)?

3. im Widerspruch von Determination und Freiheit?

4. als Antizipation des Zukünftigen?

B) Als was entwirft der zu untersuchende, päd. Text Politik (Gesellschaft)?

1. als Heilwerdung des Menschen als Gattung (sie erreicht den einzelnen Menschen nicht)?

2. als konservative, Macht erhaltende Institution?

C) Wie denkt der Text das Verhältnis von Bildung und Politik (Gesellschaft)?

1. Die politische Idee bedarf der Bildung als ihrer eigenen Bedingung.

2. Bildung versteht Heydorn als Agens, sie ist Mittel zur Emanzipation, treibt die Politik vor sich her, aber der Erzieher wird über den geschichtlichen Prozess erzogen.
21:38

Ziel: Diese Fragen anhand diesem Text/Dialog zu diskutieren. Er stammt von Volk, Konrad: Aus dem Leben eines Schülers der altbabylonischen Zeit.

Das Kind ist immer im Spannungsfeld zwischen der Selbstfindung und der Pflichterfüllungen. Wenn die Kinder beginnen zur Schule zu gehen, sind die Schüler „umhüllt“ mit den erwartungsvollen Eltern und hohen Bildungsidealen.

1 In dem satirischen Dialog zwischen dem Schüler und den altbabylonischen Lehrmeister: Der Schüler kommt unpünktlich zur Schule, „Haus, in dem Tontafeln zugeteilt werden“

2 Weil ihn Straßen und Gassen aufgehalten hatten. Als er in die Schule angekommen ist, beschuldigte man ihn, gegen die Vorschriften der Schule verstoßen zu haben. Auch seine Tontafel ist zerbrochen worden. Auf dieses Tun beantworteten die Erzieher mit den Schlägen. Der Schüler wurde als Versager abgestempelt, somit begann er das Dasein zu verabscheuen. Auch das zerrütte Verhältnis zu seinem Lehrmeister begann er emotionslos festzustellen.

3 Um aus dieser Situation rauszukommen, fordert er seinen Vater auf den Lehrmeister nach Hause einzuladen mit Geschenken und Speisen. Danach erhält der Schüler von dem Lehrmeister das höchste Lob für seine schulische Leistung und sein vorbildliches Verhalten.

Dieser Dialog entwirft die Bildung als Aufklärung i.S. von kritische Reflexion der Herrschaftsverhältnisse: Die Erzieher/Lehrer sind hier ganz klar die „Herrscher“ und die Schüler die „Untertanen“. Es gilt das was sie sagen – sie berufen sich sogar darauf, die Schüler schlagen zu dürfen. Weiterhin entwirft der Dialog die Bildung als Widerspruch von Determination und Freiheit: Nach Humboldt begreift sich der Bildungsgedanke als Freisetzung des Menschen aus seiner gesellschaftlichen Determination. Und in diesem Dialog steht die Bildung im Wiederspruch zu Determination und Freiheit. Man kann auch sagen, dass der Text die Bildung als Lebenslüge entwirft, weil nachdem der Schüler nicht pünktlich erschienen ist, wurde er als Versager abgestempelt. Und diese Abstemplung ist nun von der Gesellschaft geschehen. D.h. hiermit könnte man sagen, dass der Text die Bildung hier als Antizipation des Zukünftigen haben.

Der Text entwirft die Politik als konservative, Macht erhaltende Institution. Denn wie schon oben beschrieben. Die Schule als Institution hat die Macht und sie herrscht über die SuS. Ich würde auch sagen, dass der Dialog die Politik als Heilwerdung des Menschen als Gattung entwirft: Dem Schüler hat sein Vernunft „gezeigt“, was er machen muss, um von der Lehrkraft akzeptiert zu werden. Aber die Lehrkraft hat danach auch seine Meinung geändert bzw. wurde als Gattung „geheilt“.

Die politische Idee bedarf der Bildung als ihrer eigenen Bedingung – wie wir zu Beginn des Dialogs gesehen haben, sind Lehrer bzw. Erzieher die Herrscher – sie herrschen über die Kinder/Schüler. Die Bildung versteht Heydorn als Agens, sie ist Mittel zur Emanzipation, treibt die Politik vor sich her, aber der Erzieher wird über den geschichtlichen Prozess erzogen – wie wir es in dem babylonischen Beispiel sehen können, wurde der Lehrer am Ende von dem Schüler „erzogen“. Man könnte noch einfügen, dass die Bildung daher die politische Wirklichkeit als (logische) Utopie übersteigt, aber zugleich Produkt der gesellschaftlichen Verhältnisse bleibt – diesen Punkt könnte man auch mit Humboldts Theorie belegen. Er sagt nämlich, dass der Charakter der „menschlichen Gesellschaft“ durch Zufall entsteht, denn sobald sich die gesellschaftlichen Bedingungen ändern, ändert sich auch das gesellschaftlich Charakter, und dadurch wird die Vernunft eines Menschen objektiviert, die für jeden als die „richtige“ Vernunft gilt. In diesem Dialog ist es genauso. Der Schüler wurde von der Gesellschaft als Versager abgestempelt und somit auch von dem Erzieher/Lehrer. Aber sobald sie die Bedingungen (nach dem Besuch bei den Eltern) geändert haben, änderte sich auch der Lehrers Charakter.

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