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von elle am 13.01.2020, 21.19 Uhr

Ist der Text sprachlich so ok?

Die Begriffe Erziehung und Bildung meinen nicht dasselbe. Unter der Erziehung kann man die Anpassung an die vorgegebenen Verhaltensweisen verstehen. Die Erziehung bleibt also dem Intimbezirk verbunden. Die Bildung dient als Aufklärung der Sachen, die um einen Menschen herum passieren. Die Bildung soll dem Menschen dabei helfen, nicht Abhängig von jemanden zu sein, sich also zu distanzieren und gemeinschaftlich und politisch zu sein.[1]

Nach Humboldt begreift sich der Bildungsgedanke als Freisetzung des Menschen aus seiner gesellschaftlichen Determination (21). Der Charakter der „menschlichen Gesellschaft“ entsteht durch Zufall, denn sobald sich die gesellschaftlichen Bedingungen ändern, ändert sich auch das gesellschaftlich Charakter, und dadurch wird die Vernunft eines Menschen objektiviert, die für jeden als die „richtige“ Vernunft gilt (24).

Nun soll der Mensch seine eigene Kraft entfalten und seine Erwartungen auf das gründen, was er selber gut findet (24). Durch das eigene Bewusstsein soll der Mensch zu eigener Befreiung gelangen (25). Die Vernunft zeigt uns als Ziel die Verwirklichung des menschlichen Verstands (26).

In der Humboldtsche Einheitsschule zielt die Bildung auf die Befreiung und Widerherstellung des allgemeinen Bewusstseins (29), denn das Geist und die Sinnlichkeit haben sich gegenseitig im universellen Menschen wiederentdeckt (30).

Zu dem Höhepunkt der Fichteschen Schaffens führt der politische und philosophische Anstoß. Die politische Theorie nimmt Elemente des Liberalismus auf und der Vernunftbegriff gelangt bei Fichte durch seinen allgemeinen, begrifflichen Charakter zu Widerspruch zum empirischen Menschen. Die Vernunft befreit den Menschen, aber diese Vernunft kann erst über einen objektiven Menschen zur Geltung gebracht werden (31). Die Vernunft als das Allgemeine verschlingt das „empirische Ich“. Weiterhin heißt es nach Fichte, dass das absolute Ich über uns selbst gefunden wird durch intellektuelle Anschauung, die sich durch Bewusstsein unseres Handelns bildet. Was dem Individuum an Bedeutung gibt nach Fichte, ist seine Moralität, die Fähigkeit seine Prinzipien zu setzen (35). Alle Menschen sind auf ihre Vernunft gegründet, somit kann man sagen, dass alle Menschen gleich sind (35).

Die Aufgabe der Bildung ist, dass das menschliche Bedürfnis in klaren Worten übersetzt wird, nur so wird es möglich, dass der Mensch sich selbst dementsprechend erzieht. Diese Voraussetzungen sind wichtig, auch in der, nach Fichte, geforderte Selbsttätigkeit in der Erziehung. Die anregende Erziehung des Zöglings erzeugt Erkenntnis (38).

Mit „Bestimmtsein des Subjekts zur Selbstbestimmung“ ist gemeint, dass sich das Subjekt, das Ich selbstbestimmen müssen Selbstbestimmung des erkennenden Subjekts. Und mit der Erkenntnis ist gemeint, dass man sich schon vorstellen kann, wie der kommende Mensch sein wird (39). 20:03

Fichtes neue Bildung setzt das Allgemeine im erkenntnisgebundenen Handeln frei. Das erkenntnisgebundene Handeln ist die Freisetzung des Menschen in seine Vernunft. Die Fremdbestimmung und Selbstbestimmung sowie Herrschaft und Freiheit werden in ihrem Gegensatz klar erkennend (40).

Nach Karl Marx wird der Mensch zum eigenen Schöpfer. Marx verlässt sich dabei auf die intellektuelle Entwicklung der Arbeiterklassen (43). Über die gesellschaftliche Arbeit entwickelt sich die Menschheit (43), weil Marx die kapitalistische Gesellschaft untersucht, gewinnt die entfremdete Gesellschaft ihren Charakter über die industrielle Arbeitsteilung (47). Der Mensch erschafft die Gesellschaft und die Gesellschaft erschafft den Menschen (41). Dabei spielen die Produktivkräfte, der Privatbesitz und die Arbeitsteilung die entscheidende Rolle. (S.47)

Marx hat die polytechnische Erziehung befürwortet: „Die polytechnische Erziehung selbst ist geistige Bildung in einer neuen, durch die Entwicklung der Produktivkräfte bedingten Form. Sie setzt das Bewußtsein nicht abstrakt neben die menschliche Arbeit, sondern bezieht es in sie ein.“ (50)

Weiterhin wird gesagt, dass die Bildung der jungen Menschen als ein gutes Instrument der Veränderung betrachtet wird. Die Verbindung von produktiver Arbeit mit Unterricht sei das mächtigste Umwandlungsmittel der Gesellschaft (50).

Die Arbeit und Bildung sind nämlich nicht voneinander trennbar. Die polytechnische Bildung soll bewirken, dass das Bewusstsein sich durch die industrielle Form menschlicher Selbstentäußerung bilden kann und sich über ihre Entwicklungstendenz verändert (50).

Im Gegensatz zu Johann Gottlieb Fichte und Wilhelm von Humboldt, die über das Denken und die Vernunft die Bildung und Erziehung der zu bestimmen versuchen, geben die gesellschaftlichen Zusammenhänge von Arbeit und Produktionskräften bei Karl Marx den Ausschlag, wie Bildung und Erziehung aussehen.

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von HerrMan56 am 18.01.2020, 00.30 Uhr
Ich rate das Verb "meinen" durch "bedeuten" zu ersetzen.
Die Formulierung "kann man ... verstehen" ist im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit nicht akzeptabel. Eine Präzisierung, wer "man" ist, ist erforderlich. Die Verwendung der Verbform "kann", ist insofern zu hinterfragen, ob auf eine von meh­re­ren bestehenden Möglichkeiten verwiesen wird oder ob hier eine Voraussetzung für die weitere Argumentation geschaffen werden soll, was ebenfalls einer Präzisierung bedarf.

Der Begriff "also" ist im wissenschaftlichen Kontext ungeschickt gewählt. Schlussfolgerungen können z. B. mit Formulierungen wie "folglich" oder "daraus ergibt sich" eingeleitet werden.

Auffällig ist, dass eine erste Quellenangabe erfolgt, nachdem zuvor keine Präzisierungen vorgenommen wurden.
Kommentar von elle am 18.01.2020, 11.30 Uhr
So: Die Begriffe Erziehung und Bildung bedeuten nicht dasselbe. Unter der Erziehung versteht man die Anpassung an die vorgegebenen Verhaltensweisen, die in dem Intimbezirk erlernt werden. Die Bildung dient als Aufklärung der Sachen, die um einen Menschen herum passieren. Die Bildung soll nämlich dem Menschen dabei helfen, nicht abhängig von jemanden zu sein, sich zu distanzieren und gemeinschaftlich und politisch zu sein.


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von ThWhos am 14.01.2020, 12.39 Uhr
Deine Anmerkungen finde ich etwas seltsam. Mal machst du Angaben in eckigen Klammern [1], sollen das Fußnoten sein? Mal notierst du (21), bezieht sich wohl auf eine Seite in einem Buch oder anderen Text? Dann schreibst du wieder (S.47) oder auch (39). 20:03. Gestalte das einheitlich. Ich weiß nicht wofür der Text ist, eine Hausarbeit oder Prüfung? Für wissenschaftliche Arbeiten gibt es exakte Vorgaben, wie man bspw. eine Fußnote setzt.
Kommentar von elle am 14.01.2020, 13.06 Uhr
Das sind Seitenangaben, das werde ich aber noch alles machen.
Mir geht es jetzt erst um die Korrektur der sprachlichen Fehler und danach mache ich die Fußnoten fertig :))

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von Alex am 13.01.2020, 23.46 Uhr
Einige Passagen ergeben für mich keinen Sinn. Außerdem sind ein paar Rechtschreibfehler vorhanden.

Erziehung bleibt also dem Intimbezirk - der Sinn erschließt sich mir nicht.

Abhängig - schreibt man klein

distanzieren und gemeinschaftlich und politisch - 3 x und, kein guter Stil / Ausdrucksweise

In der Humboldtsche Einheitsschule - ein n fehlt, Humboldtschen

Widerherstellung - schreibt man mit e, Wiederherstellung

das Geist - der

auch in der, nach Fichte, geforderte Selbsttätigkeit - keine Kommata, n fehlt, geforderten

dass sich das Subjekt, das Ich selbstbestimmen müssen Selbstbestimmung des - ergibt kein Sinn

und die Vernunft die Bildung und Erziehung der zu bestimmen versuchen - Sinn
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