Arbeitsverhältnis nach dem Werkvertrag?
Das Dienstverhältnis mit X wurde beendet. Es wird Ersatz benötigt. Die Bewerberin Y kommt zum Vorstellungsgespräch, sie hat zuvor schon sporadisch kleine Aufträge auf Basis Werkvertrag ausgeführt. Welche Fragen hat sie wahrheitsgemäß zu beantworten, welche nicht?
Grundsätzlich sollte man im
Bewerbungsgespräch immer ehrlich sein. Man reicht ja auch dieselben Dokumente ein (Anschreiben, CV), egal ob man dort schon gearbeitet hat oder nicht, besonders wenn es vorher "nur" eine freiberufliche Tätigkeit war.
Manchmal lassen sich die Tätigkeiten im Arbeitsleben des Bewerbers nicht direkt zuordnen (die sind von Bewerber zu Bewerber unterschiedlich oder es hängt an den passenden Formulierungen) beziehungsweise der Gesprächspartner/der Vorgesetzte kann sich unter einer Rubrik im Lebenslauf nicht genau etwas vorstellen. Dann ist es sinnvoll, genau zu erklären und auszuführen oder schon im Lebenslauf anzugeben, wo und wie man gearbeitet hat.
Dann sollte automatisch auffallen, dass man bei einem (oder demselben) Arbeitgeber schon gearbeitet hat. Vielleicht kann sich das ja positiv auf den Bewerbungsverlauf (durch bereits gesammelte Erfahrungen) auswirken und überhaupt das Verhältnis zum Arbeitgeber positiv beeinflussen. Das ist besonders dann wichtig, wenn der Gesprächspartner den Mitarbeiter noch nicht kennt.
Auf Fragen, die sich auf den persönlichen Hintergrund (verheiratet, Kinderwunsch, ...) beziehen oder eine Diskriminierung ausdrücken können, darf als Antwort eine Lüge erfolgen. Wer auf diese Fragen nicht ehrlich antwortet, der muss im Nachhinein keine negativen Folgen befürchten.
Allgemein (nicht nur bei vorherigem Werksvertrag) ist im Bewerbungsgespräch beiden Seiten klar, dass die Ehrlichkeit im Gespräch meist nicht immer gegeben ist. Auf Fragen nach der Teamfähigkeit antwortet schließlich niemand "Ich bin ein unberechenbarer Choleriker, mit dem es niemand länger in einem Team aushält", sondern spricht davon wie überaus teamfähig er/sie ist. Bewerber sollten sich aber immer bewusst sein, dass der Arbeitgeber sie nicht einstellen wird, wenn er sie bei einer Lüge ertappt (keine Lücke oder Bruch im Lebenslauf ist so schlimm, wie eine Lüge).
Deshalb sollten Bewerber bei nachprüfbaren Fakten (Lebenslauf, frühere Tätigkeiten, etc.) am besten die Wahrheit sagen und bei Fragen, die nicht überprüfbar sind, möglichst das, was der Personalchef hören will.
Tipp aus eigener Erfahrung: "Probleme" im Lebenslauf etc. sehen die Personalchefs. Versuche sie zu verstecken bringen deshalb meist nichts. Besser ist es sie selbstbewusst anzusprechen, dann hat man auch zumeist die Möglichkeit Erklärungen abzugeben bzw. hinzubiegen. Und immer schön selbstbewusst sein, denn wäre der eigene Lebenslauf ein K.O.-Kriterium, würde man nicht im Bewerbungsgespräch sitzen.
Na ja, wenn Bewerberin Y schon kleinere Aufträge für euch erledigt hat, dann solltet ihr doch bereits etwas ihren Werdegang kennen und auch wissen, wie sie arbeitet. Und dann hängt es natürlich auch immer von Stelle zu Stelle ab, das kann man nicht pauschal beantworten.
Auf welche Fragen zielst du genau ab? Dienstverhältnis und neuer Job beim gleichen Arbeitgeber?
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