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von Lm

Leben mit einer Sozialphobie?

Liebe Leserinnen und Leser,

im Rahmen meiner Facharbeit im Fach Hauswirtschaft und Sozialwesen, führe ich eine Befragung zum Thema Sozialphobie durch. Hierbei möchte ich herausfinden, ob eine Sozialphobie das Leben der Betroffenen beeinflussen kann bzw. wie beeinträchtigt man mit einer sozialen Phobie speziell im Alltag, während der Arbeit etc. ist. Daher möchte ich Erfahrungen von Patienten die an einer Sozialphobie leiden oder deren Bekannten sammeln, um meine Frage am Ende auswerten zu können.

Vielen Dank im Voraus für euer Interesse und eure Teilnahme.

Antwort
Antwort
von T45Zeer
Ich leide selbst unter einer Sozialphobie, möchte aber natürlich nicht für alle sprechen. Je nach Ausprägung erleben Betroffene ihr Dasein anders. Und selbst bei mir gibt es Tage, die völlig reibungslos verlaufen, während ich mich an anderen bei den kleinsten Aufgaben und sozialen Kontakten wie gelähmt fühle. Es hängt stark von der Tagesform ab.

Kurioserweise nimmt die Sozialphobie bei mir mit den Jahren zu, habe ich das Gefühl. Als Kind war ich gern allein, hatte aber auch viele Freunde und war fast täglich mit ihnen auf Achse. Mittlerweile kann ich die Personen, die wirklich Anteil an meinem Leben nehmen, an einer Hand abzählen. Die wissen glücklicherweise Bescheid und lassen mich dementsprechend auch in Ruhe, wenn ich das signalisiere.
Kommentar von Lm
Vielen Dank für die Antwort
Sind sie weiblich oder männlich? Und wie alt sind sie (ihre Angaben bleiben anonym!)?


Antwort
Antwort
von Intignity
Und was hast du so für Fragen?
Kann dir helfen will aber anonym bleiben!
Kommentar von Lm
Vielen Dank, dass du helfen möchtest. Natürlich bleibt alles anonym.

Meine Fragen wären:
• Welchen Problemen begegnest du im Alltag (bei der Arbeit, Schule, etc)?
• Falls du schon arbeitest, hat die Phobie deine Berufswahl beeinflusst (zb dass du gewisse Berufe aufgrund der Angst nicht ausüben kannst)?
• Wie ist das bei der Familie und engen Freunden, hältst du dich auch dort zurück (zb beim Essen und allgemein) oder ist das vertraulicher?
• Wie lange hast du die Phobie und wurde das mit der Zeit zb durch eine Behandlung (falls diagnostiziert) besser?
Kommentar von Intignity
Ich bin meistens total aufgeregt. Mein Herz klopft und ich habe auch immer schwitzige Hände wenn ich gezwungen bin anderen Menschen zu begegnen. Ja es hat damals meine Berufswahl sehr beeinflusst. Ich wollte nie etwas mit Menschen zu tun haben, mir wäre es am liebsten gewesen alleine für mich zu arbeiten, aber damit kann man ja kein Geld verdienen.
Bei meiner Familie und Freunden ist es unterschiedlich. Mal so mal so .. manchmal habe ich das Gefühl das es auch Kopfsache ist und viel mit den eigenen Gedanken zu tun hat.

Antwort
Antwort
von Lm
Das Fiese an der Sozialphobie (wie auch an vielen anderen Krankheiten) ist, dass sie einem die Möglichkeit bietet, sich dahinter zu verstecken.

"Ich weiß, ich sollte, aber ich KANN nicht!" ist aber nur kurzfristig eine Erleichterung, langfristige Konsequenzen sind Rückzug, Selbstmitleid, Wut, Frust, Selbsthass, Zweifel usw.

Du bist der Welt und deinen Mitmenschen nicht hilflos ausgeliefert, du bist nur oft überfordert und hast nie gelernt, selbst und spontan "gesellschaftlich akzeptable" Lösungen zu finden.

Lerne Nein zu sagen - damit sparst du dir nicht nur endloses Rumgeeier, andere Menschen wissen dadurch auch, woran sie bei dir sind und versuchen nicht, dich zu etwas zu überreden, das du partout nicht willst. Außerdem ermöglicht dir diese Fähigkeit das ein oder andere Ja: weil es auf einmal nur noch ein "Experiment" ist, das du auch wieder abbrechen kannst.

Und fahr deine Erwartungen herunter - an dich selbst wie auch an andere. Soziophobiker sind unglaublich kritisch mit ihrem Umfeld, weil sie auf diese Art versuchen, ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren. Dadurch entsteht leider oft eine verzerrte Weltsicht, die ziemlich kontraproduktiv ist:

Indem man alle, denen man sich unterlegen fühlt, "kleiner" macht, reduziert man auch sich selbst immer weiter!

Hör auf damit und gewöhne dich an den Gedanken, dass Menschen okay sind, wie sie sind. Mit allen Fehlern, Schwächen und Eigenarten. Du genauso wie andere.

Die Idee mit der Selbsthilfegruppe ist nicht schlecht - allerdings solltest du eine Gruppe wählen, die sich nicht gemeinsam zurückzieht sondern versucht, jeden bei seinem eigenen Weg aus der Isolation zu unterstützen.

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, Menschen "kontrolliert" kennenzulernen! Du könntest einen Volkshochschulkurs besuchen, dich einem Lauftreff anschließen, ein Ehrenamt übernehmen...

All das sind Situationen, in denen deine "Rolle" weitgehend festgelegt ist und du nicht zuuu viele eigene Entscheidungen treffen musst.

Soziophobie ist letzten Endes "nur" eine Angst, der man sich (fast) genauso stellen kann wie allen anderen Ängsten auch!

Antwort
Antwort
von AverageInternetUser
Hallo, ich bin aktuell Student und gelernter Pädagoge. Im Falle einer Sozialphobie gibt es meiner Erfahrung nach sehr stark voneinander abweichende Ausprägungen. Daher ist eine SP nicht immer gleichschwer oder ähnlich in der Außenwirkung. Zudem ist zu beobachten, dass Menschen mit Sozialphobie NICHT zwangsweise Problematiken in der Kommunikation auf dem Arbeitsplatz vorweisen müssen.

Antwort
Antwort
von Hischievy
Ich habe manchmal das Gefühl mein Bruder leidet unter einer Sozialphobie. Er hatte schon vor Corona wenig Freunde und er fand es sogar gut. Im Lockdown hatte ich besonders Angst um ihn.

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