Studiengangswahl nach abgebrochenen Studium?
Hallo allesamt!
Ich ersuche Rat. Ich bin derzeit 20 Jahre alt, habe letztes Jahr mein Abitur vollendet und zu diesem März ein Semester lang einen Studiengang studiert, der Medieninformatik ähnelt und den jetzt auch abgebrochen. Ich wollte immer eher einen digitalen und gestalterischen Studiengang machen nach dem Motto: "Irgendwas mit Medien".
Bei diesen Studiengängen muss man fast immer eine künstlerische Mappe einreichen und an einer Eignungsprüfung teilnehmen oder sich mit einem hohen NC rumschlagen bei den Bewerbungen. Meiner ist leider eher durchschnittlich und ich wurde daher in den Bewerbungen zu diesem Wintersemester auch überall abgelehnt.
Ich habe jetzt vor ein paar Wochen damit angefangen so eine Mappe zu gestalten und es erscheint mir gar nicht so schwer wie ich dachte. Ich war auch in ein paar Mappenberatungen und meine Arbeiten wurden sogar gut bewertet.
Die Fristen zum Sommersemester sind größtenteils gelaufen, aber einige Kommunikationsdesignstudiengänge wären noch offen. Nun würden mich digitale Medien schon eher interessieren und Kommunikationsdesign erschien mir immer eher mit Printmedien und handwerklichen Arbeiten zu tun zu haben. Jedoch fände ich diese Themen auch nicht schrecklich.
Zum Sommersemester gäbe es noch einen Studiengang, den ich übersehen hatte: Medienkonzeption in Furtwangen. Ein Allrounderstudiengang, der eigentlich alles umfasst im Themengebiet Medien. Ich bin mir jedoch unsicher ob mir das Studieren dort so gefallen würde. Die Stadt ist sehr klein und verschneit. Außerdem scheinen die ersten beiden Semester sehr mit Physik und Mathe gefüllt zu sein, aber vermutlich ist das normal bei Technik und Informatik.
Sollte ich vielleicht einen "normaleren" Studiengang wählen als diese unsicheren Gestalterischen? Ich dachte auch an eine Ausbildung aber ich denke, dass ich studieren möchte. All meine Interessen führen mich schon zur Kreativwirtschaft: Games, Filme, Musik. Mich würden auch Projektmanagement, Marketing und Werbung, Technik und auch eventuell Informatik interessieren. Vielleicht hätte man den Informatikstudiengang noch länger ausprobieren sollen aber der kreative Anteil war mir schon zu mager und die zukünftigen Programmieranteile wirkten auch zu ausführlich für mich.
Wenn ich mich zum Wintersemester bewerbe und mir noch ein Jahr lassen würde, müsste ich das auch irgendwie überbrücken. Praktika werden wohl eher nix, weil dort oftmals schon ein gewisses Können verlangt wird und die auch meist nicht bezahlt werden. ich dachte vielleicht an ein FSJ. Dabei habe ich welche entdeckt, da würde man es gerundet auf bis zu 700 Euro schaffen, ohne Unterkunft und mit Kindergeld. Das wäre sehr wenig Geld und währenddessen müsste man noch die Mappe vorbereiten was sehr viel Arbeit auf einmal macht. Es wäre mir eigentlich auch zu unangenehm noch viel länger in meiner Heimatstadt zu bleiben.
Und wie ist das eigentlich mit der Zeit, die ich hier verschwende: Das wären dann ja bis zu 2 Jahre. Ist das nicht zu viel? Hat man dann schlechtere Berufschancen, wenn man erst mit 24 den Bachelor und dann eventuell mit 26 den Master hat? Muss ich die Berufserfahrung mit vielen Praktika zwischendurch aufholen? Und ist man als Erstsemester mit 21 nicht schon etwas zu alt? Kann man dann überhaupt noch Anschluss bei seinen Kommilitonen finden und Freundschaften schließen, wenn die alle 18- 19 sind? Ist man da auch schon zu alt für die "Studentenerfahrung"?
Ich danke allen die diesen langen Text auch nur überflogen haben. ich hoffe meine Planlosigkeit hat nicht für zu viel Augenrollen gesorgt.
Hallo!
Erstmal, es ist super, dass du dir so viele Gedanken über deine Studien- und Berufswahl machst! Es ist ganz normal, sich in der Übergangsphase nach dem Abitur unsicher zu fühlen, besonders nach einem Studienabbruch.
Zu deiner Frage bezüglich der Studiengangswahl: Es klingt so, als hättest du ein breites Interesse, das sich gut auf verschiedene Bereiche in der Kreativwirtschaft anwenden lässt. Der Studiengang Medienkonzeption in Furtwangen könnte tatsächlich eine gute Option für dich sein, auch wenn die ersten Semester technisch ausgelegt sind. Oft sind solche Grundlagen in Mathe und Physik notwendig, um ein fundiertes Verständnis für die Materie zu entwickeln, auch wenn es nicht immer das ist, was einem zuerst gefällt.
Wenn du an Kommunikationsdesign interessiert bist und dir die Mappe gut gelingt, könnte das auch ein spannender Weg sein. Viele der kreativen Berufe erfordern sowohl kreative als auch technische Fähigkeiten, also kann eine Kombination aus beiden Studiengängen nützlich sein.
Was deine Bedenken wegen der "verlorenen Zeit" angeht: Jeder geht seinen eigenen Weg und zwei Jahre sind in der Ausbildung echt nicht viel. Es gibt viele Menschen, die erst später ins Studium starten oder ihren Weg mehrfach ändern. Was die Berufschancen angeht: Erfahrung und Netzwerke sind wichtig, aber dein Alter wird oft weniger gewichtet als deine Fähigkeiten und Erfahrungen. Es gibt viele 21-Jährige, die sich auch in einem Erstsemester wohlfühlen, und es ist nie zu spät, Freundschaften zu schließen!
Ein FSJ könnte eine wertvolle Zeit sein, um dich selbst besser kennenzulernen und gleichzeitig deine Mappe zu gestalten. Es ist auch eine gute Möglichkeit, praktische Erfahrungen zu sammeln, die später in deinem Lebenslauf von Vorteil sein könnten, auch wenn es nicht direkt in deinem Wunschbereich liegt.
Am Ende solltest du das wählen, was dich wirklich interessiert und begeistert. Dein Weg ist einzigartig, und wenn du das tust, was dir Freude bringt, wirst du auch im Studium und Beruf erfolgreicher sein.
Viel Erfolg und alles Gute bei deiner Entscheidung!
Zu deinem letzten Abschnitt möchte ich dir gerne sagen, dass du für ein Studium ganz bestimmt nicht zu alt bist. Ich bin 24 und habe in diesem Jahr meinen Bachelor begonnen. Damit bin ich auch nicht alleine, einige meiner Komiliton*innen sind in meinem Alter oder sogar noch älter. Ich hatte auch erst Sorge, keinen Anschluss zu finden, aber das war vollkommen unbegründet und auch für die Zukunft mache ich mir da wenig Sorgen. Ein abgeschlossenes Studium ist ein abgeschlossenes Studium, auch wenn man sich davor vielleicht ein wenig orientieren musste, bevor man das "Richtige" für sich gefunden hat. Also mach dir in der Hinsicht keinen Stress und finde das, was zu dir und deinen Fähigkeiten passt.
Eine Ausbildung ist eine gute Grundlage für ein Studium. Arbeitsproben und Mappen kann man sammeln. Eine weitere Alternative ist das Fernstudium, wie beim Weiterbildungsinstitut vom Institut für Lernsysteme in Hamburg. Dort brauchst du keine Arbeitsmappe, um zugelassen zu werden.
Falls du mit Medien arbeiten möchtest, ist jeder geisteswissenschaftliche Studiengang geeignet. Früher hat man ein Magister-Studium mit 2 beziehungsweise 3 Fächern gewählt, um breit aufgestellt zu sein. Heutzutage gibt es Bachelor- und Master-Studiengänge. Während des Studiums kann man als Gasthörer in einem Kunstinstitut zuhören, ohne auf eine Eignungsprüfung angewiesen zu sein.
Um als Grafiker und Designer zu arbeiten, braucht man nicht generell ein Studium, sondern man muss die Arbeitgeber und Agenturen von seinen Arbeitsproben bei den Bewerbungen überzeugen. Du musst gut mit den gängigen Grafikprogrammen umgehen können (Adobe Cloud zum Beispiel), wofür es Anleitungen im Internet gibt.
Ähnliche Fragen
Ich interessiere mich für ein duales Studium in BWL. Ein duales Studium ist eine Kombination von Ausbildung und Studium. Dieser Kombi-Abschluss soll sehr ...
Ich werde bald meine Abschlussprüfung für das Abitur schreiben, somit neigt sich meine Schulzeit dem Ende. Ich habe mir vorgenommen, dass ich nach dem ...
Ich selbst überlege Jura zu studieren und habe mich bereits mit dem nötigen NC an den infrage kommenden Unis auseinandergesetzt. Da ich dieses Jahr mein Abi ...
Hallo,
wie sieht die Arbeit eines Wirtschaftspsychologen aus? Ist das Studium schwer? Welche Teilbereiche gibt es in der Wirtschaftspsychologie?
LG
Ich suche nach ein paar hilfreichen Antworten bezüglich eines Kredits für mein Studium. Ab 2023 plane ich Wirtschaftsinformatik in Stuttgart zu studieren. ...
Nächste Frage
Die auf malnefrage.de veröffentlichten Fragen und Antworten sind Meinungsäußerungen der jeweiligen User. Da die Aussagen nicht geprüft werden, kann die Richtigkeit der Inhalte nicht gewährleistet werden.