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von Noch_so_Einer am 13.06.2022, 17.17 Uhr

Warum ist lebenslanges Lernen wichtig?

Die Frage, wieso lebenslanges Lernen wichtig ist, stelle ich mir, seitdem mein Vater zu einem bekannten Freund einmal sagte: "Nach der Schule beziehungsweise nach dem Studium fängt das Lernen erst richtig an".
Man merkt in meinen Augen sehr oft bei erfahrenen Menschen, dass sie sich überhaupt nichts sagen lassen von jungen Menschen. Sie sind schnell eingeschnappt und hören garnicht richtig zu.

Natürlich haben erfahrene Menschen in ihrem Leben bereits eine Menge gelernt. Doch selbst am Smartphone lassen sie sich nichts zeigen. Wenn man eine tolle Idee hat, wird sie schnell abgeschmettert. Speziell alte Menschen tun sich mit dem Thema Technik und vielen anderen neuen Themen unfassbar schwer. Nur selten bemerke ich an älteren Menschen das Interesse und die Neugierde an neuen Themen.

Es gibt den Spruch, dass Menschen mit geringem Intelligenzquotient in der Regel die glücklicheren sind, was für mich ein weiteres Argument dagegen ist, sein gesamtes Leben zu lernen. Weniger Probleme und mehr Spaß wird fast schon garantiert, wenn man eben nicht ein Leben lang lernt.

Natürlich finde ich es wichtig, lesen und schreiben zu können. Eine gewisse Grundausbildung sollte jeder Mensch durchlaufen. Allerdings sehe ich bisher wenig Mehrwert für einen Menschen aus der Mittelschicht, wenn er sich ein Leben lang mit komplexen Themen auf der Welt befasst, die er ja doch nicht ändern kann. Ein Besserwisser möchte ich später ungern sein und für's Geld wäre es mir das ganze auch nicht wert. Was habe ich als Durchschnittsmensch also später für Vorteile, wenn ich ein Leben lang lerne?

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von Hermsi am 16.06.2022, 18.41 Uhr
In jungem Alter wird das Lernen oft und gerne einzig mit der eigenen Lernerfahrung in der Schule assoziiert.
Diese ist nicht selten mit negativen Gefühlen verknüpft. Verbinden wir das Wort "Lernen" also mit Stress, Druck, womöglich auch Angst, liegt es nahe, dass lebenslanges Lernen nicht besonders ansprechend klingt.

Nun erfahren die meisten Menschen jedoch nach der Schule, oder vorher, dass es sehr viel mehr im Leben zu lernen gibt, als Parabeln und Gedichtinterpretationen. Wir entdecken Leidenschaften und Hobbies, vielleicht arbeiten wir sogar in einem Beruf, der uns erfüllt und den wir weiter verstehen, vertiefen und erlernen möchten. Musik, Kunst, Handwerk, Sport, oder Sprachen, es gibt unzählige Dinge auf der Welt durch die wir uns ausdrücken können und möchten. Und auch diese wollen erlernt werden.

Auch Eigenschaften der eigenen Persönlichkeit, wie Kommunikation, Selbstbewusstsein, mentale Stärke und Resilienz werden im Laufe des Lebens immer wieder auf die Probe gestellt und bieten uns die Möglichkeit uns durch diese Herausforderungen weiterzuentwickeln. Auch dies bedarf eines Lernprozess. Sonst drehen wir uns unser Leben lang im Kreis und werden wieder und wieder mit den selben Problemen konfrontiert, deren Lösungsweg uns aufgrund fehlender Erkenntnis fehlt.

Als Kind haben wir ausprobiert und gelernt, weil es uns Freude bereitet hat die Welt zu entdecken.
Die Schule sorgt manchmal dafür, dass diese Freude schwindet, oder in ein zu enges Gefäß gepackt wird.
Im Erwachsenenalter entdecken wir häufig neue/alte Leidenschaften und Dinge, die wir kennen und beherrschen möchten.


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von Telagorn am 14.06.2022, 22.27 Uhr
Beim Lernen geht es nicht ausschließlich um das Erlangen von Wissen. Das Gehirn ist als eine Art Muskel zu verstehen, welcher trainiert werden muss. Die Themen, mit denen wir uns beschäftigen, legen Wege in den Nervenbahnen an. Diese werden effektiver genutzt, je öfter wir sie aktivieren.

Ein Beispiel: Lernen wir bewusst und mit Motivation eine fremde Sprache, fällt uns dies nicht leicht. Es wird einfacher, widmen wir uns darauffolgend einer weiteren Sprache. Genauso verhält es sich mit vielen anderen Themen.

Wir nutzen viele dieser Nervenbahnen in Situationen im Alltag, ohne es zu wissen. Es lohnt sich demnach immer, etwas Neues zu lernen oder Erlerntes zu vertiefen.

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von tinpin am 14.06.2022, 11.27 Uhr
Ich vermute einmal, dass du relativ jung bist und dich selbst nicht zu den alten Menschen zählst. Aber gerade diese sind doch eigentlich das beste Beispiel dafür, weshalb man lebenslang lernen sollte. Denn wenn sie sich bspw. gut mit einem Smartphone auskennen, können sie viel öfters Fotos von ihren Enkeln oder Urenkeln geschickt bekommen. Hätten sie sich in diesem Punkt ihre Neugierde und Lernbereitschaft erhalten, dann könnten sie nun davon profitieren. Alleine wegen solcher alltäglichen Beispiele ist es wichtig, immer am Ball zu bleiben, weil man schließlich nie weiß, welches Wissen man tatsächlich benötigt.

Ich glaube allerdings, dass du älteren Menschen unrecht tust, dass sie nicht lernen wollen. Denn nach der Schule ist man schließlich in der guten Position, selbst entscheiden zu können, was man gerne lernen MÖCHTE. Und niemand hat die Pflicht, sich von seinen Enkeln vorschreiben zu lassen, was man lernen soll. Die Interessen von älteren Menschen sind häufig anders gelagert als die von jüngeren. Sie lernen deshalb vielleicht eher etwas über Kunst, Weine, Literatur, Töpfern,... als über K-Pop, Mangas und Heavy Metal.

Jeder Mensch lernt sein gesamtes Leben lang. Denn nur so kann er sich entfalten. Sonst wäre er irgendwann ein 19-Jähriger im Körper eines 90-Jährigen. Allerdings muss man selbstverständlich nicht in allen Bereichen gleichermaßen lernen. Wenn dich Politik bspw. nicht interessiert, musst du dich damit auch nicht beschäftigen. Allerdings ist es gerade in diesem Bereich besonders wichtig, zumindest ein bisschen die Ohren offen zu halten. Nur weil man nicht unmittelbar alle Entscheidungen beeinflussen kann, bedeutet das schließlich nicht, dass man geistig stehen bleiben sollte. Stelle dir einmal vor, ein Mensch hätte seit den 50er-Jahren seine Einstellung zu wichtigen gesellschaftlichen Problemen nicht geändert oder zumindest erkannt, dass man Dinge wie Homosexualität, Frauenrechte etc. auch anders als zur damaligen Zeit betrachten kann.

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von SydneyKiwi am 19.06.2022, 11.19 Uhr
Dein Vater hat gleich in zweierlei Beziehung Recht. Zum einen lernt man in der Schule nicht unbedingt die Dinge, die man später im Berufsleben benötigt. Aber auch andere Dinge, die für das weitere Leben wichtig sind, werden in der Schule nicht vermittelt (z.B. Wie fülle ich eine Steuererklärung aus?)

Er hat aber auch Recht, weil die Welt immer dynamischer wird. Was heute noch aktuelles Wissen ist, kann morgen schon überholt und veraltet sein. Nimm als Beispiel den Computer-Bereich: Vor 40 Jahren habe ich im Studium meine Programme noch auf Lochkarten stanzen müssen ...
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