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von Luna80

Wie kommt man mit Schuldgefühlen klar?

Ich möchte jetzt nicht ins Detail gehen aber... Mein Haustier war schwer krank, ich war beim Arzt und habe Medikamente bekommen für ihn, jedoch schlugen diese nicht an und sein Zustand verbesserte sich nicht.

An einem Freitag war ich wieder dort und der Arzt wollte mein Haustier einschläfern... Naja hat diesen Vorschlag gemacht und mir die Entscheidung gelassen.
Ich habe nachgedacht und geheult aber ich habe abgelehnt. Ich wollte noch auf eine Besserung warten, nur über das Wochenende!

Jedenfalls kam keine Besserung, spät am Abend hatte er starke Probleme mit dem atmen, ich habe es hinbekommen ihm zu helfen. Er bekam wieder Luft und konnte unbeschwert schlafen. Ich dachte eigentlich er würde im Schlaf sterben und einfach nicht mehr aufwachen. Aber er wachte auf am nächsten Tag.

Ich konnte einfach nicht mehr. Er hat so gelitten, er hatte Schmerzen.
Ich konnte ihn nirgends wo hinbringen... Es war ja schließlich alles zu. Ich habe ihn beruhigt und in meinem Armen gehalten.
Ich beschloss etwas zu tun.
Ich nahm Beruhigungstabletten die mir ein Arzt verordnet hatte zum Schlafen, habe sie klein gemacht und in Wasser aufgelöst und sie ihm verabreicht... Er ist friedlich in meinen Armen eingeschlafen. Und dann war es vorbei. Der Arzt hätte ihn erst am Montag erlöst. Ich wollte nicht das er wegen mir noch länger leiden muss.

Ich kann das immer noch nicht verkraften. Ich fühle mich so schuldig, es tut einfach immer noch so weh. Das ist jetzt einige Monate her aber es fühlt sich an als wäre es gestern gewesen.
Ich mache mir sehr starke Vorwürfe und fühle mich wie ein Mörder.

Der letzte Blick, seine Augen, es hat sich so eingebrannt. Meine Mom war dabei und hat mir immer versichert dass es die richtige Entscheidung war, aber ich kann es nicht verarbeiten.

Ich denke mir immer, dass er noch am Leben wäre, wenn ich ihn schon vor Wochen zum Arzt gebracht hätte. Aber ich habe die Symptome die er hatte für Altersschwäche gehalten und ich habe keinen Termin gemacht weil ich eine Angststörung habe und es mir sehr schwer viel, dann hat auch noch das Geld gefehlt.
Der Arzt meinte, sie zeigen erst Symptome wenn es bereits zu spät ist. Aber... Ich fühle mich trotzdem schuldig.

Ich habe alles versucht... Aber ich habe ihn verloren.

Antwort
Antwort
von Discipulus
Du musst dich alles andere als schlecht fühlen. Es war richtig von dir, dein Tier nicht direkt beim Tierarzt einschläfern zu lassen. So konntest du dich noch verabschieden und hast die Entscheidung nicht unter Druck und in Hektik getroffen. Dass du dein Tier am Wochenende erlöst hast und es sich nicht bis zum nächsten Montag hat quälen müssen, spricht absolut für dich und wie sehr du dein Tier liebst. Denn diesen Schritt zu gehen ist alles andere als leicht. Du hast deinem Tier damit sehr geholfen und gezeigt, dass du auch in einer so schwierigen Situation für es da warst und es hast gehen lassen. Dass dir sein Tod noch immer so nahegeht, verdeutlicht, was du für es empfunden hast. Daran kann man ablesen, dass du ihm ein schönes Leben verschafft hast.

Übrigens, für ein Haustier ist es am besten, daheim erlöst zu werden. Denn den Weg zum Tierarzt verbindet es ja mit etwas Schlimmem und hat dann Stress. Für dein Tier war es also den Umständen entsprechend die Idealsituation.

P.S.: Ich hatte selbst eine Katze, bei der ich erst spät einen Leberschaden bemerkt habe und verstehe deshalb die Vorwürfe, die du dir machst. Allerdings ist es in nahezu 100 % der Fälle so, dass man auch zu einem früheren Zeitpunkt die Krankheit nicht hätte heilen können. Du musst dir also wirklich keinen Vorwurf zu machen.


Antwort
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von Chappy89
Immer, wenn du Schuldgefühle hast, solltest du dich fragen, was die Konsequenz gewesen wäre? Das Tier wäre auch so gestorben. Nur ein Leben, was mit Mühe und Leid verbunden ist, ist kein Leben mehr, sondern Mühe und Leid und es ist nicht schlimm, wenn man dann solch eine Entscheidung trifft. Keine Besserung in Sicht, das Einschläfern so gut wie sicher. Es wären nur noch leidvollere Stunden gewesen. Manchmal kann sich das Richtige auch falsch anfühlen, aber es bleibt dennoch richtig. Niemand will leiden, auch Tiere nicht. Und man hat auch nicht das Recht, sie leiden zu lassen. Du hast das Richtige getan.

Antwort
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von tibi37sfr
Du hast das richtige getan und solltest dich deswegen nicht quälen. Sicher ist es nicht einfach für dich mit diesen Schuldgefühlen umzugehen, es wird aber nur gehen wenn du lernst diesen Umstand zu akzeptieren und damit zu leben. Der Tod ist kein einfaches Thema. Ich finde es aber gut dass du dich öffnest und darüber sprichst bzw. schreibst.
Kommentar von Luna80
Danke... Bedeutet mir wirklich viel.
Es ist halt nur so schwer... Ich habe immer noch Albträume davon.
Mein Haustier war seit ich 13 war bei mir bis zu meinem 19. Lebensjahr. Es ist schwer zu begreifen, dass er nun einfach weg ist. Er hat mir so viel gegeben, so viel Sicherheit und Liebe. Er war mir wichtiger als mein eigenes Leben. Wenn Menschen nicht für mich da waren, war er es.
Kommentar von tibi37sfr
Ich kann mit dir fühlen.. ich hatte eine Labrador Hundin als Kind, die ich im Teenager Alter verloren habe. Es war damals auch sehr schwer für mich sie zu verlieren. Aber die Zeit heilt alle Wunden 🤗 ... glaub mir du wirst darüber hinweg kommen. Du musst nur loslassen.. Nehm dir dafür alle Zeit die du zum Trauern brauchst. Wünsche dir Kraft und alles Gute ❤️
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